Büromöbel zum sitzen und stehen:
Die Bewegungsstudie der Techniker Krankenkasse (TK) „Beweg Dich, Deutschland“ entlarvt die Deutschen als ein Volk von Bewegungsmuffeln. Der Wunsch zur Veränderung des Verhaltens sei zwar da, aber der „innere Schweinehund“ mache oft den guten Vorsätzen einen Strich durch die Rechnung. Aber auch die Arbeitgeber sind laut TK-Studie gefordert. Mehr als die Hälfte der Sitzarbeiter würde sich gern mehr bewegen bei der Arbeit. Ihr größter Wunsch allerdings: ein ergonomischer Arbeitsplatz.
„Stillstand im Alltag ‒ wir sitzen uns krank“, so lautet das Fazit, das Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstandes der TK, Ende Juli bei der Vorstellung der aktuellen Bewegungsstudie zog. Die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts Forsa, das im Rahmen einer repräsentativen Querschnittsstudie die deutsche Bevölkerung auf ihre persönliche Bewegungsbilanz befragte, dürften dem Mann jedenfalls Recht geben. Er sorgt sich bereits darum, dass sich „eine ganze Bevölkerungsgruppe immer weiter von der Bewegung abzukoppeln scheint. Und das in allen Lebensbereichen.“ Wir sitzen zu viel, das ist unstrittig – mit den bekannten Folgen für die persönliche Gesundheitsbilanz. Übergewicht und Herz-Kreislauf-Krankheiten stehen auf der Liste der häufigsten Todesursachen auf dem ersten Platz. Auch die WHO bläst ins selbe Horn. Physische Inaktivität stehe weltweit auf Platz vier der vorzeitigen Sterberisiken. Allerdings zeigt sich jeder zweite, hier ist es vor allem die jobgestresste Mitte-20 bis Mitte-50-Generation, mit seiner persönlichen „Bewegungsbilanz“ unzufrieden. Drei Viertel würde das auch gerne ändern, wäre da nicht der „innere Schweinehund“, der den Weg zur Hölle mit den guten Vorsätzen pflastert. Bewegung, stellt die TK fest, fängt im Kopf an und dort würde die Ampel aufgrund diverser Unpässlichkeiten wie weiter Wege, mangelnder Zeit, körperlicher Einschränkungen und fehlender Motivation auf rot stehen. Oder die Arbeitgeber kämen eben ihrer Pflicht nicht nach, mehr Sport und Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Männer sind Extremisten
Und so sieht laut TK-Studie das Leben der Bewegungsabstinenzler heute aus: Durchschnittlich verbringt jeder Erwachsene in Deutschland sieben Stunden pro Tag im Sitzen. Von den Berufstätigen sitzt jeder Dritte sogar mehr als neun Stunden. Hinzu kommen 3,2 Stunden, die wir Tag für Tag vor dem Fernseher, dem Laptop oder Tablet verbringen. Jeder Dritte bringt es sogar auf vier Stunden und mehr. Generell verbringen Männer deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm als Frauen, aber wenn sie Sport treiben, dann richtig. Obwohl 52 Prozent der Befragten angeben, dass ein bisschen Sport ihnen gut tun würde, bewegen sich 42 Prozent der Menschen in Deutschland nur eine gute halbe Stunde am Tag zu Fuß oder mit dem Rad, also mit eigener Kraft. Fast vier von zehn schaffen nicht einmal das. Jeder Dritte nutzt das Auto für kurze Wege und kleine Besorgungen und entscheidet sich bei der Wahl zwischen Treppe und Fahrstuhl für die bequemere Variante. Besonders bewegungsarm zeigt sich die Sandwich-Generation, die zwischen Job, Kindern und womöglich noch hilfsbedürftigen Eltern aufgerieben wird. Für sie spielt Zeitökonomie eine große Rolle, weshalb sie sich vor allem zielorientiert bewegt – mit der Folge, dass auch der Nachwuchs allerbeste Voraussetzungen mitbringt, zur nächsten Generation von Wenigbewegern heranzuwachsen.
Fortsetzung in der nächsten Ausgabe...
Quellen:
www.tk.de
www.deinruecken.de
www.initiative-office-excellence.de
www.middel-werksverkauf.de